Innosuisse geförderte Alzheimer-Studie mit MIAMIND®

Das Berner MedTech-Unternehmen Bottneuro startet eine klinische Studie zur Heimbehandlung von Alzheimer im Frühstadium. Drei Jahre, eine Förderung durch Innosuisse, und ein Gerät, das bislang einzigartig ist.

Eine Therapie, die zu Hause funktionieren soll

Wer heute mit einer frühen Alzheimer-Diagnose konfrontiert wird, hat wenig Optionen. Medikamente helfen begrenzt, verfügbare Therapien sind aufwendig, und viele Betroffene leben weit entfernt von spezialisierten Zentren.

Bottneuro setzt hier an. Das Unternehmen hat den MIAMIND® Neurostimulator entwickelt: ein Gerät für die nicht-invasive elektrische Hirnstimulation, das Patienten eigenständig zu Hause bedienen können. Die Stimulation basiert auf MRT-Daten und ist damit individuell auf die Hirnstruktur jedes Patienten abgestimmt. Kein anderes System auf dem Markt bietet das in dieser Form.

Jetzt soll in einer grossen klinischen Studie gezeigt werden, ob dieser Ansatz auch messbar wirkt.

Die Studie im Detail

Das Projekt läuft unter dem Titel „Personalisierte transkranielle elektrische Stimulationstherapie zu Hause für Patienten mit Alzheimer im Frühstadium“ und wird über drei Jahre von Innosuisse gefördert. Aufgebaut ist es als randomisierte, scheinkontrollierte Studie. Heisst konkret: Ein Teil der Teilnehmer erhält die echte Stimulation, ein anderer eine wirkungslose Scheinbehandlung. Wer welche erhält, ist zu Beginn unbekannt.

Untersucht wird dabei Folgendes:

  • Gedächtnisleistung: Verbessert sich das episodische Gedächtnis nach vier Wochen Behandlung zu Hause?
  • Biologische Wirkung: Verändert die Stimulation nachweislich Hirndurchblutung und neuronale Vernetzung?
  • Therapiesteuerung: Mit welchen Messwerten lässt sich der Behandlungsverlauf am besten überwachen?
  • Patientenauswahl: Wer profitiert am meisten? Klare Kriterien sollen künftig vermeiden, dass Ressourcen falsch eingesetzt werden.
  • Kosten und Erstattung: Rechnet sich der Einsatz von MIAMIND® so klar, dass Krankenkassen die Kosten übernehmen würden?

 

Kein langer Weg bis zur Anwendung

MIAMIND® ist in der Schweiz bereits als massgefertigtes Medizinprodukt zugelassen. Das ist ungewöhnlich und ein echter Vorteil. Zeigt die Studie positive Ergebnisse, müssen diese nicht erst Jahre in bürokratischen Prozessen verschwinden, bevor Patienten davon profitieren. Die Brücke zwischen Forschungsresultat und klinischer Anwendung ist kurz.

Wer dahintersteht

Die wissenschaftliche Leitung liegt bei Prof. Jessica Peter von der Universität Bern. Sie forscht seit Jahren an Alzheimer, Neuromodulation und klinischer Bildgebung. Bottneuro bringt die Technologie mit, dazu regulatorisches Wissen und einen klaren Plan, wie MIAMIND® den Weg auf den Markt findet.